Wissenswertes zum Cholesterin

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Was ist Cholesterin?chemische Strukturformel von Cholesterin auf einer Schiefertafel

Cholesterin ist ein Blutfett und wichtiger Baustein unseres Körpers. Als Bestandteil von Zellmembranen trägt Cholesterin zu deren Stabilität bei. Daneben ist es Ausgangsstoff für die Synthese von lebenswichtigen Biomolekülen im Körper: zum Beispiel werden Gallensäure, Vitamin D und Sexualhormone (Testosteron, Östrogen) vom Körper aus Cholesterin hergestellt.

Wie kommt das Cholesterin in meinen Körper?

Etwa zwei Drittel seines gesamten Cholesterinbedarfs produziert der Körper in der Leber selbst. Der restliche Anteil wird über die Nahrung aufgenommen, wobei nur tierische Lebensmittel Cholesterin enthalten können (Fleisch, Eier, Käse etc.). Bei veganer Ernährung wird also kein zusätzliches Cholesterin aus der Nahrung aufgenommen. Unabhängig von der Ernährung können Cholesterin-Werte auch genetisch bedingt stark erhöht sein. Etwa 1 von 200 – 300 Österreichern ist Träger einer solchen genetischen Mutation. Diese Personen haben ein größeres Risiko für Erkrankungen, die mit einem hohen Cholesterinspiegel zusammenhängen.

 

Cholesterin 3D

 

Da Cholesterin fettlöslich ist, muss es in sogenannte „Lipoproteine“ verpackt werden, um durch das (wässrige) Blut transportiert werden zu können. Lipoproteine bestehen aus Lipiden und Proteinen. Sie haben die Form von Tröpfchen. Es gibt mehrere Arten von Lipoproteinen, die anhand ihrer Dichte unterschieden werden. LDL (Low Density Lipoprotein)-Partikel etwa haben eine geringe Dichte, HDL (High Density Lipoprotein)-Partikel eine hohe Dichte. Unterschiedlich ist auch die „Rolle“ der Lipoproteine im Körper: LDL-Partikel transportieren das Cholesterin von der Leber in die peripheren Zellen in denen es gebraucht wird. Sie können es aber auch in den Blutgefäßen ablagern, was zu einer Verstopfung der Gefäße (Atherosklerose) führt. LDL-Cholesterin (LDL-C) wird deshalb als „böses Cholesterin“ bezeichnet. Das HDL-Cholesterin wird dagegen „gutes Cholesterin“ genannt. Die Aufgabe der HDL-Partikel ist es, überschüssiges Cholesterin aus den Zellen und den Gefäßen wieder zurück zur Leber zu bringen.

Warum sind hohe Cholesterin-Werte ungesund?

Entscheidend ist hier vor allem der LDL-C-Wert, das „böse Cholesterin“. Sind die LDL-C-Werte erhöht, lagert sich Cholesterin in den Gefäßen ab. Durch die Anlagerung von weiteren Zellen kommt es zur Bildung von atherosklerotischen Plaques, die die Gefäße langsam verschließen können. Eine weitere Gefahr ist, dass sich ein Plaque von der Wand des Blutgefäßes löst. Als Folge kommt es zur Thrombosebildung. Findet diese in einem Blutgefäß des Herzens statt, führt ein solches Ereignis in aller Regel zum Herzinfarkt, im Gehirn zu einem Schlaganfall. Da HDL-Partikel das Cholesterin aus dem Plaque wieder zurück zur Leber transportieren, gelten hohe HDL-C-Werte als „gesundheitsfördernd“.

 In welchem Bereich sollten meine Cholesterin-Werte liegen?

Vorsorgeuntersuchung - Bluttest - Leberwerte - Cholesterin

Ob LDL-C-Werte zu hoch sind, hängt vom kardiovaskulären Risiko einer Person ab. Jemand, der bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, fällt in die Kategorie „sehr hohes Risiko“ und sollte niedrige LDL-C-Werte unter 70 mg/dl anstreben. Für Personen mit hohem Risiko (z.B. bei Diabetes mellitus Typ 2) gilt ein Grenzwert von 100 mg/dl, bei mäßigem Risiko (z.B. Rauchern) 130 mg/dl und bei niedrigem Risiko sollte das LDL-C unter 160 mg/dl liegen. Das „gute“ HDL-C sollte über 50 mg/dl liegen. Fragen Sie Ihren Arzt in welche Risikokategorie Sie fallen und welche Grenzwerte für Sie gelten.

Was kann ich tun, um meine Cholesterin-Werte zu senken?

Um hohen Cholesterin-Werten entgegen zu wirken, ist es wichtig, sich gesund zu ernähren. Empfohlen werden Gemüse, Früchte, Nüsse und Meeresfisch. Im Menüplan vermieden werden sollten hingegen Transfette und gesättigte Fette. Auch körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion können sich positiv auf die Blutfette auswirken.

Ein gesunder Lebensstil ist die Grundlage jeder Therapie. Sind Lebensstil-verändernde Maßnahmen nicht ausreichend, kann Ihnen Ihr Arzt auch Medikamente verschreiben, die Ihren Cholesterinspiegel senken.

 

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