Gesundheit auf Reisen!

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Reisevorbereitung und Impfstatus

Bevor man eine Reise antritt, sollte man einige Wochen vorher seinen Hausarzt aufsuchen, sich routinemäßig untersuchen lassen und bezüglich Impfstatus beraten lassen. Falls Reiseqpotheke4_04_b05a8a966dAuffrischungsimpfungen oder neue Impfungen für exotische Reiseziele vorzunehmen sind, könnte dies mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus sind manche Medikamente, die für die Reiseapotheke benötigt werden rezeptpflichtig.

Über die aktuellen Impfempfehlungen kann man sich bei folgenden Instituten informieren:
• www.bmg.gv.at
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
• www.meduniwien.ac.at/tropenmedizin/
Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien

Krankenversicherung im Ausland

Man sollte sich beim Sozialversicherungsträger über den Krankenversicherungsschutz im Ausland informieren.

Mit der auf der Rückseite der e-card angebrachten Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) hat man Zugang zu den öffentlichen Gesundheitssystemen der EU-Länder. In anderen Ländern ist für medizinische Behandlungen ein Auslandsbetreuungsschein notwendig.

Die Sozialversicherung hat spezielle Regelungen für die Bezahlung von Gesundheitsleistungen, die im Ausland in Anspruch genommen wurden. Genaue Informationen finden Sie auf der Website der Sozialversicherung oder Ihrer Krankenkasse.

Reiseapotheke

Unabhängig von Reiseziel und Reisedauer sollte auf jeden Fall eine Reiseapotheke miteingepackt werden. Beim Kauf von Medikamenten für die Reiseapotheke sollte man sich auf jeden Fall von seinem Arzt bzw. Apotheker beraten lassen.

Die Reiseapotheke sollte aber auf jeden Fall zumindest jene Arzneimittel beinhalten, die man auch zu Hause regelmäßig verwendet, z.B. Medikamente gegen chronische Krankheiten oder Allergien. Medikamente gegen Fieber, Schmerzen, Rachenentzündungen, Durchfall, Verstopfung, Prellungen und Verstauchungen, Augenentzündungen, sowie zur Wundversorgung sollten ebenfalls enthalten sein.

Die Reiseapotheke sollte während des Transports und des Urlaubsaufenthalts kühl und trocken gelagert werden. Bei Flugreisen sollten die täglich einzunehmenden und wichtigsten Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden, für den Fall dass der Koffer eventuell verloren geht bzw. mit etwas Verspätung am Urlaubsort eintrifft.

Der Inhalt der Reiseapotheke sollte ebenfalls auf das Reiseziel, die Dauer des Aufenthaltes und die geplanten Aktivitäten abgestimmt sein, so ist es z.B. bei Amazonasreisen von Vorteil einen Mückenschutz einzupacken dieser wäre bei einer winterlichen Schlittenhundereise in Nordschweden aber sicherlich nicht nützlich. Bei Reisen mit Kindern müssen Sie darauf achten, dass die Medikamente auch für Kinder geeignet sind bzw. Medikamente für Kinder mitnehmen.

Einen Vorschlag zum Inhalt einer Reiseapotheke können Sie auf dieser Seite downloaden

Die häufigsten Urlaubsverderber

Der wohl verdiente Urlaub kann oft getrübt werden und statt Erholung heißt es krank im Zimmer bleiben. Vier der häufigsten Ursachen und Gefahren für einen unentspannten Urlaub fern der Reiseapotheke3_01_23b3d67db5Erholung sind hier aufgelistet, zusammen mit effektiven Mitteln sie zu vermeiden.

Reisediarrhoe (Reisedurchfall)

Der sogenannte Reisedurchfall ist mit Sicherheit eine der häufigsten Erkrankungen die einem die Freude im Urlaub verderben können.

Das Risiko an Reisediarrhoe zu erkranken unterscheidet sich nach folgenden Faktoren

  • Destination
  • Ernährungsweise („Boil it, cook it, peel it or forget it“)
  • Einhaltung von Hygienevorschriften
  • Reisestil (Pauschalurlaub oder Individualurlaub)
  • Unterbringung
  • Alter des Reisenden
  • Urlaubsdauer

Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (Dehydratation), der durch eine Reisediarrhoe verursacht wird, sollte auf jeden Fall ausgeglichen werden. Am besten eignet sich lt. WHO eine Elektrolyt-Fertiglösung in Pulverform, die in hygienisch unbedenklichem Wasser aufgelöst wird. Damit wird eine präzise Dosierung ermöglicht.
Zur Behandlung von Reisediarrhoe werden auch Antibiotika verwendet. Generell sollte der Einsatz antibiotisch wirksamer Medikamente sparsam und vorsichtig erfolgen. Antibiotika, die einen nicht im Darm resorbierbaren Wirkstoff enthalten, besitzen ein gutes Verträglichkeitsprofil.

Gefahren beim Baden/Schnorcheln/Tauchen

  • Keime im Wasser können beim Baden ins Ohr gelangen und dort zu einer Ohrenentzündung führen. Besonders Taucher leiden oft an der sogenannten Bade-Otitis. Ein lokal wirksames, nicht ototoxisches Antibiotikum kann zur Behandlung verwendet werden.Reiseapotheke2_2cb289421d
    (Ototoxische Substanzen können zu einer irreversiblen Schädigung des Gehörs führen, falls sie bei einem geschädigten Trommelfell in das Ohr gelangen)
  • Verletzungen durch scharfen/steinigen Untergrund oder Seeigel:
    Badeschuhe können das Verletzungsrisiko für die Füße verringern
  • Tiere
    Beim Schwimmen kann man in Kontakt mit verschiedenen Meeresbewohnern kommen (Quallen, Haie, gefährlichen/giftigen Fischen). Man sollte sich also vorher informieren und vorsichtig sein.

Sonne

Sonnenschutz ist eine Voraussetzung für einen entspannten und erholsamen Urlaub. Ein gut verträglicher Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor sowie UVA- und UVB-Filter sollte daher zur Grundausstattung eines jeden Urlaubers zählen. Sonnenbrille und Hut (oder eine andere Reiseapotheke1_01_76cf01fb53Kopfbedeckung) um die Augen und die empfindliche Kopfhaut zu schützen, gehören ebenso zu dieser Basisausstattung. Des Weiteren sollte die Mittagssonne vermieden werden.

Wer trotzdem einen Sonnenbrand bekommt, kann die Beschwerden mit einer kühlenden Pflegecreme lindern.

Bei Sonnenstich, der durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf entsteht, sollte der Kopf sofort erhöht gelagert und in kalte, feuchte Tücher gehüllt werden.

Hitzschlag entsteht durch Zusammenbruch des Wärmeregulationssystems bei ungenügendem Trainingszustand, Übergewicht, körperlicher Anstrengung, Alkoholkonsum usw. Erkrankte sollten sofort in den Schatten gelegt und möglichst mit nassen Umschlägen eingepackt werden. Da in schweren Fällen eine Sterblichkeit von 20 % gegeben ist, sollte umgehend eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Wichtige Tipps

  • Die in der Reiseapotheke enthaltenen Medikamente sollen in Österreich erworben werden und nicht erst vor Ort. Die Gefahr von Arzneimittelfälschungen ist im Ausland oft extrem hoch, außerdem sind die Beipackzettel in der Landessprache abgefasst, was die Handhabung der Medikamente erschwert.
  • Leiden Sie an einer chronischen Krankheit oder benötigen Sie aus einem anderen Grund regelmäßig Medikamente, ist es wichtig, diese Medikamente in ausreichenden Mengen für die Dauer der Reise mitzunehmen.
  • Die genaue Zusammenstellung Ihrer persönlichen Reiseapotheke sollten Sie mit dem Hausarzt besprechen. Einige Medikamente sind rezeptpflichtig. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten geklärt werden.
  • Teilen Sie die Medikamente für den täglichen Gebrauch (besonders falls Sie dauernd Medikamente nehmen müssen) zwischen Handgepäck und Großgepäck unbedingt auf.
  • Nehmen Sie als Medikamente generell nur Arzneimittel mit, die Sie kennen und gut vertragen, oder die Ihnen im Gebrauch und in den möglichen Nebenwirkungen genau erklärt wurden. Vergessen Sie die Beipackzettel keinesfalls!
  • Sollten Sie Spritzen und Injektionsnadeln mitführen müssen (Insulin, Adrenalin-Pen bei Allergien, Interferon etc.) ist eine ärztliche Bescheinigung sinnvoll.
  • Bei Reisen mit Kindern müssen die Medikamente auch für Kinder geeignet sein bzw. spezielle Medikamente für Kinder verwendet werden.
  • Erkundigen Sie sich über den Status Ihres Krankenversicherungsschutzes im Ausland.
  • Beschwerden nach der Rückkehr – Jeder Reisende, der im Anschluss an einen Aufenthalt in einem exotischen Land plötzliche Gesundheitsprobleme bekommt, sollte sich unverzüglich – vor allem bei fieberhaften Beschwerden – an den Hausarzt oder eine spezialisierte Stelle wenden.
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