Ein unangenehmer Reisebegleiter

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Wer sich in den heißen Sommermonaten in noch heißere Länder, wie Mexiko, Ägypten oder Thailand, begibt, könnte durchaus von einer unangenehmen Erkrankung begleitet werden. Vor allem Reisende in Entwicklungsgebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas haben eine 30 bis 50 prozentige Chance, dass ihr Reisespass gedämpft werden könnte. Die Rede ist hier von der Reisediarrhoe (Reisedurchfall).

Reisediarrhoe

 

Was ist die Reisediarrhoe?

Der Reisedurchfall wird durch eine bakterielle oder virale Infektion des Darms verursacht. Dafür können mehrere Bakterienarten verantwortlich sein, wobei als bekanntester Erreger die enterotoxinbildenden Stämme des Bakteriums Escherichia coli (ETEC) genannt werden darf. Vor allem in einigen Regionen Lateinamerikas sind sie für bis zu 70 Prozent der auftretenden Reisedurchfälle verantwortlich. Die von ihnen gebildeten Giftstoffe (Enterotoxine) werden im menschlichen Darm gebildet und erhöhen über die Darmwand die Elektrolyt- sowie Wasserausscheidung und bewirken damit wässrige Durchfälle. Weitere Auslöser können zudem Viren und Einzeller (Protozoen) sein.

Wie bekomme ich Reisediarrhoe?

Die Erreger werden in der Regel über Lebensmittel, sowie auch über Trinkwasser aufgenommen. Aufgrund des hygienischen Umfeldes spielt der Reisestil eine entscheidende Rolle, demnach leiden Badeurlauber eher an der Reisediarrhoe als Gäste einer geführten Rundreise. Nach einer sogenannten Inkubationszeit treten meist zwischen dem 3. und dem 9. Reisetag die charakteristischen Beschwerden auf. Dazu zählen:

  • drei bis sechs Entleerungen täglich
  • starke Bauchkrämpfe (Tenesmen)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fieber

Im Falle eines akuten Reisedurchfalls klingt die Diarrhoe zwischen 3 und 6 Tage wieder ab. Leider kann es auch in zehn Prozent der Fälle zu einer chronischen Diarrhoe kommen, welche mehrere Wochen anhält und zu einem Urlaubsabbruch führen kann.

Wie kann ich mich schützen?

Um sich effizient vor der Reisediarrhoe zu schützen kommt es auf das eigene Verhalten an und so gilt zur Prophylaxe folgender Grundsatz „Boil it, cook it, peel it or forget it“ („Erhitze es, koche es, schäle es oder vergiss es“). Kurz:

  • Speisen, welche man zu sich nimmt sollten bereits verarbeitet sein (kochen, frittieren, gebraten)
  • Lebensmittel, welche nicht kochbar sind (z.B. Obst) vor dem Verzehr schälen
  • Original verschlossenes Wasser zu sich nehmen, oder abkochen

Gute Reise und erholsamen Urlaub!

 

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