14.08.2012 Bettnässen?!

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Bevorstehende erste Projektwochen und Schul-Skikurse werden zur Tortur für die Kinder, denn die Angst verspottet zu werden verursacht enormen psychischen Stress. Das Selbstwertgefühl leidet und die Fähigkeit Freundschaften zu bilden ist beeinträchtigt. Die Kinder ziehen sich zurück und werden zu Außenseitern.

Wie häufig ist Bettnässen?

Bettnässen ist recht häufig, etwa 15% der Fünfjährigen nässen nächtlich ein. Mit zunehmendem Alter werden es immer weniger, die Rate sinkt jährlich um etwa 15% auf etwa 1% nach der Pubertät. Knaben sind etwas häufiger betroffen. Wenn in der Verwandtschaft jemand dieses Problem hatte, ist die Wahrscheinlichkeit für Bettnässen ebenfalls höher.

Ist mein Kind ein Bettnässer?

Diese Frage klingt simpel, ist aber gar nicht so einfach zu beantworten – es
gibt nämlich verschiedenste Definitionen der Enuresis nocturna, wie das Bettnässen
medizinisch genannt wird.

Man hat sich aber auf folgende Punkte geeinigt:

  • Kind über vollendetem fünften Lebensjahr
  • nächtliches Einnässen mindestens zweimal pro Monat
  • sonst unauffällige Blasenentleerung am Tag

Man unterscheidet außerdem:

  • Primäres Enuresis:
    Kind hatte immer Enuresis, war nie trocken
  • Sekundäre Enuresis:
    wieder nass nach trockenem Intervall von mindestens sechs Monaten

Was spricht für Bettnässen, was dagegen?

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen des Bettnässens (Enuresis) sind nach wie vor nicht ganz klar. Lange vermutete man als einzige Ursache einen nächtlichen Mangel an ADH (anti-diuretisches Hormon), einem Hormon, das die Harnproduktion steuert. Nach neuesten Forschungsergebnissen spielen jedoch mehrere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel mangelnde Wirkung von ADH an der Niere, Unreife der Blase, Aufwachstörungen und/oder Vererbung. In vielen Fällen haben Bettnässer Blutsverwandte, die in der Kindheit ebenfalls Bettnässer waren. Auch das Trinkverhalten spielt eine wichtige Rolle. Wenn tagsüber zu wenig Flüssigkeit zugeführt und der größte Teil der Tagestrinkmenge am späten Nachmittag oder abends konsumiert wird, kann die Blase nachts natürlich überfordert werden.

Ebenfalls lange Zeit wurden psychische Ursachen vermutet – das konnte in den letzten Jahren aber eindeutig widerlegt werden. Psychische Probleme, die bei vielen Bettnässern gefunden werden, sind nämlich nicht die Ursache, sondern die Folgen der Enuresis. Man darf nie vergessen, dass kein Bettnässer „absichtlich“ einnässt, sondern im Gegenteil unter der Problematik sehr leidet.

Ist Bettnässen behandelbar?
Sollte Bettnässen behandelt werden?

Bei Kindern, die älter als 5 Jahre sind und ins Bett einnässen sollte ein Arzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen liegt dem Einnässen eine körperliche Ursache zugrunde, die mit ärztlicher Hilfe rasch in den Griff zu bekommen ist. Beim Urologen, beim Kinderfacharzt oder an einer spezialisierten Ambulanz einiger österreichischer Krankenhäuser bekommen Eltern Unterstützung und die Kinder die entsprechende Behandlung. Somit kann man den Leidendruck der Kinder vermindern, denn eine trockene Nacht ist die Voraussetzung für einen tollen Tag.

Was muss man bei der Therapie beachten?

Man darf das Kind nicht überfordern. Auch wenn es manchmal schwerfällt, nehmen Sie es gelassen hin. Stress kann dem Kind psychisch schaden. Vergessen Sie nie, dass – vor allem bei älteren Kindern – dem Bettnässer die Situation sehr unangenehm ist. Zeigen Sie dem Kind, dass Sie zu ihm stehen und die Situation mit ihm bewältigen wollen. Eine Beobachtung des Trinkverhaltens und eine Verminderung der abendlichen Trinkmenge sind unbedingt nötig. Die Flüssigkeitszufuhr sollte möglichst tagsüber erfolgen.

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