Nachruf Mag. pharm. Herbert Broschek

Zum Abschied von Mag. pharm. Herbert Broschek

Am 7. September 2009 verstarb der Mitbegründer der österreichischen Pharmafirma Gebro in Fieberbrunn im 84. Lebensjahr, sein Lebenswerk aber, die heutige Gebro Pharma GmbH, wird Dank seiner unternehmerischen Weitsicht Bestand und Zukunft haben.
 
Die Lebensphilosophie von Mag. Herbert Broschek war davon geprägt, immer nur nach vorne zu schauen, um Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen und zu meistern.
Diese Einstellung kam auch bei unserem letzten Gespräch anlässlich des Besuches der Teilnehmer der Saalfeldener Fortbildungstagung 2009 in Fieberbrunn zum Ausdruck.
Auf die Frage, wie er das Altern und den Verlust von Fähigkeiten empfindet, hielt er überrascht kurz inne und sagte dann schmunzelnd: „Sehen Sie, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, weil es für mich noch immer so viele interessante Aufgaben im Unternehmen und im Leben gibt“. Dabei hatte er vorausschauend schon im Jahr 2005 die Geschäftsführung an seinen Sohn, Mag. Pascal Broschek, übergeben.
Seitdem hielt er sich bei Firmenentscheidungen im Hintergrund. Viel Zeit verbrachte er  mit seiner Frau Helga, ebenfalls eine Pharmazeutin, bei deren geliebtem Hobby, den Pferden. Trotzdem kam er regelmäßig in sein Büro und war da, wenn er als Gesellschafter gebraucht wurde.

Ein Familienunternehmer
In einer inhabergeführten Firma prägt die Geschäftsleitung das Unternehmen durch ihre Persönlichkeit im viel stärkeren Ausmaß, als es die stets wechselnden General Manager in Aktiengesellschaften je tun können. Mag. H. Broschek verstand sich als Unternehmer, der nicht nur dem wirtschaftlichen Erfolg der Firma, sondern auch den darin arbeitenden Mitarbeitern verpflichtet war. Er nahm an ihrem Leben Anteil und strebte mit ihnen nach vorher vereinbarten Regeln den gemeinsamen Erfolg an.

Sein beruflicher Werdegang liest sich in Kurzform so: Zusammen mit seinen Eltern gründete er 1947 die Firma Gebro und begann 1948 mit dem Pharmaziestudium in Innsbruck, das er 1953 mit Auszeichnung abschloss. Im gleichen Jahr trat seine Frau, Mag. pharm. Helga Broschek, ins junge Unternehmen ein. 1954 wurde das erste Lizenzabkommen mit der damaligen Zyma AG in der Schweiz abgeschlossen und später, 1974, die gemeinsame Tochtergesellschaft Zyma–Gebro Arzneimittel-Vertriebs Ges.m.b.H gegründet, heute Novartis Consumer Health–Gebro. 1977 erfolgte die Etablierung der ersten Auslandstochter in der Schweiz, 2000 wurde der Schweizer Extrakthersteller Alpinamed AG gekauft, 2002 kam es zur Gründung der Laboratorios Gebro Pharma, S. A. in Barcelona und seit 2007 gibt es die Gebro Pharma Kft in Budapest. Lizenzabkommen für Gebro–Eigenentwicklungen mit Partnern in 21 Ländern tragen zusätzlich zur der von ihm stets angestrebten Eigenständigkeit der Gebro-Pharma bei.

Mag. Herbert Broschek prägte durch sein faires und korrektes Auftreten nicht nur den Stil der Gebro  Pharma, sondern auch jenen der Pharmig, in der er 15 Jahre den sensiblen Ausschuss für Verhaltensfragen leitete.

Seine Persönlichkeit wird in Erinnerung bleiben.

Mag.pharm. Dr. Alfred Klement
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Zuletzt aktualisiert am: 15.10.2009 10:29:48